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Mittwoch, 20. März 2013

Revision: Amplifier -- Echo Street

Nach dem Experiment der Selbstvermarktung beim Vorängeralbum 'The Octopus' beschlossen Amplifier, dass sie doch lieber wieder in einer Band spielen wollen statt Label-Arbeit zu betreiben. Für das neue Album wurde also wieder eine Plattenfirma beauftragt, und zwar nicht irgendeine. Der Prog-Riese K-Scope nahm die Briten unter Vertrag, und die Jungs konnten sich wieder voll und ganz auf die Musik konzentrieren. Wie Sänger Sel Balamir in Interviews sagte, war 'The Octopus' auch musikalisch ein Experiment, jetzt wolle man allerdings wieder auf weniger ausschweifende Strukturen vertrauen.

Es geht deutlich ruhiger zu auf 'Echo Street'. 'Matmos' beginnt atmosphärisch mit cleanen, aber recht dumpfen Gitarrenklängen und schwebendem, zunächst textlosem Gesang. In über acht Minuten steigert sich der Opener noch, der Gesang bekommt Text, die Gitarren bekommen Verstärker, der Hörer bekommt gewohnten breiten Amplifier-Sound. Trotzdem bleibt das Album deutlich ruhiger als alle seine Vorgänger. Die Gitarre bleibt oft clean, das Schlagzeug ein ums andere Mal stumm. Die Hintergründe sind gefüllt mit Orgeln oder synthetischen Streichern.

Es ist Amplifier, gar keine Frage, aber man ist vom rockigen Monstertruck mit breitem Kühlergrill umgestiegen auf einen ruhigen, aber dennoch spritzigen Hybrid, der dröhnende, rockige Passagen mit eher ruhigen, zurückhaltenden Stellen vereint. Es gibt Songs wie 'The Wheel', das an die mystische Stimmung des 'Octopus' anknüpft, mit einem interessanten Melodielauf der Synthies, der sich durch das ganze Stück zieht und die ausschweifenden Eskapaden der Gitarren in geordnete Bahnen lenkt.
Experimentierfreudig bleiben die Jungs auch, nicht selten hört man vielstimmige Gesangspassagen, die zum Beispiel in 'Where The River Goes' fast schon etwas Gospelhaftes haben. Amplifier präsentieren uns hier keinen zweiten Octopus, auch das sehr gute Debüt-Album wird nicht kopiert, sondern der Hörer bekommt eine neue Facette zu sehen, die der Band gut zu Gesicht steht.
Herzstück des Albums bildet definitiv 'Extra Vehicular', das auf epischer Länge von über zwölf Minuten alles in sich vereint, was die Qualität dieses Albums ausmacht. Leise, fast schon verträumte Strophen, krachige Refrains, fetzige Soli, das sind die Mittel, mit denen um die Gunst des Hörers geworben wird. 'Echo Street' ist wieder zugänglicher, auch wenn es die eine oder andere sperrige Akkordfolge wie in 'Paris In The Spring' etwas schwer macht, einen Song zu greifen.

Das Album ist nicht ganz so still, wie die vorab veröffentlichten Interviews glauben machten. Aber es ist deutlich ruhiger als die Vorgänger, nicht mehr so homogen, dafür vielseitiger und in jedem Fall wieder sehr spannend.

Das aufwändige Artwork der Deluxe Edition ist hochwertig produziert, und die Fans bekommen mit der inkludierten EP 'Sunriders' fünf weitere tolle Songs dazu. Die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Prevision: Jahresvorschau 2013

Das Musikjahr 2013 verspricht ein gutes zu werden. Zumindest die bisherigen Aussichten lassen viel Vorfreude und hohe Erwartungen aufkommen, die hoffentlich auch erfüllt werden.

Nach der EP zum zehnjährigen Bestehen bringen die polnischen Progmetaller Riverside demnächst ihr fünftes Studioalbum heraus. Die erste Single gibt es jetzt schon in der Tube zu hören. Überraschenderweise klingt der Song weniger nach den Metal-Eskapaden des Vorgängers, sondern ist groovig, rockig, mit Orgeleinsatz und fetzigen Riffs und Soli und allem, was eigentlich nen guten Deep Purple Song ausmachen würde. Man kann gespannt sein, wie sich der Rest des Albums zeigt. Erscheinen soll 'Shrine of New Generation Slaves' am 18. Januar, eine Tour ist auch angekündigt.

Auch Long Distance Calling arbeiten an ihrem neuen Album. Die deutschen PostRocker sind von ihrer Linie abgewichen und haben sich den Sänger Marsen von Pigeon Toe geschnappt, der auf etwa der Hälfte der Songs auf dem neuen Album Gesang beisteuert. Eine Vorschau, wie das klingen wird, gibt es hier. Obwohl die Band in der Vergangenheit sehr gut auch ohne Sänger ausgekommen ist, kann Marsen eine große Bereicherung sein, da er wirklich über eine ausgezeichnete und vor allem gut zur Musik der Band passende Stimme verfügt. Hoffentlich bedeutet das aber nicht, dass dessen andere Band Pigeon Toe sich jetzt nach dem ausgezeichneten Debüt-Album vom vergangenen Jahr gleich wieder auflöst.
Der Teaser verspricht einen harten, kraftvollen Sound, der bestimmt auch live gut ankommt. Natürlich gibt es auch eine Tour! 'The Flood Inside' wird am 05. März in die Läden kommen.

Seit einigen Tagen kann man auch das neue Werk von Amplifier vorbestellen. Wie schon beim Octopus gibt es auch das nächste Album in einer speziellen limitierten Ausgabe mit diversen Extras für den geneigten Fan, zum Beispiel der EP 'Sunriders'. Es wird spannend sein, wie der Sound der Band sich entwickelt, mit neuem Bassisten und erstmals auch am Entstehungsprozess beteiligtem zweiten Gitarristen. Natürlich wird auch diese Band live auftreten. Leider gibt es bisher noch keine Preview. 'Echo Street' wird am 11. März erscheinen, nicht mehr auf der bandeigenen Plattform, sondern beim renommierten PostProg-Label K-Scope.

Auch Steven Wilson hat Neues vor. Ein drittes Soloalbum ist auf dem Weg. Wo er die Zeit gefunden hat, Songs dafür zu schreiben, zwischen all den Arbeiten für seine anderen Projekte, Touren und sonstige Nebenbeschäftigungen wie das Remastern von Prog Klassikern, bleibt wohl für immer ein Rätsel. Sicher ist, dass die neue Platte 'The Raven that Refused to Sing (and other stories)' am 25. Februar erscheinen wird. Die Deluxe Edition mit zusätzlicher Demo-CD sowie vielen Extras auf DVD und BluRay gibt es nur in limitierter Auflage und kann jetzt schon vorbestellt werden.


Scheint also zumindest schon ein sehr interessantes Frühjahr zu werden. Ich hoffe, das restliche Jahr wird nicht minder spannend. Auf ein gutes Musikjahr 2013 also, und auf viele neue und gute Platten!

Dienstag, 8. Januar 2013

Retrospect: Jahresrückblick 2012 - Live

Das Live-Jahr war für mich nicht so üppig wie das Jahr zuvor. Nur zwei Gigs habe ich gesehen, wie man ja auf diesen Seiten hier nachlesen kann. Das Anathema/Amplifier-Konzert hat mir besser gefallen, was Stimmung und Location betrifft, und auch meinen Geschmack hat das Konzert besser abgedeckt. 

Leider habe ich es ja, gerade im Herbst, nicht geschafft, einige in der Tat gute Konzerte zu besuchen. Da war zum Beispiel die Akustik-Tour von Opeth mit Anathema, das leider ausverkauft war. Oder das Phonopop Festival, wo ich die wahrscheinlich einmalige Gelegenheit verpasst habe, die großartigen Warpaint live zu erleben. Der Gig soll wirklich großartig gewesen sein. Aber schaut selbst.


Für das kommende Jahr hoffe ich, dass ich wieder mehr Shows schaffe. Einige sind ja schon in Aussicht; Riverside, Amplifier und Long Distance Calling zum Beispiel haben schon Termine angekündigt. Ich freue mich und bin gespannt!

Mittwoch, 25. April 2012

Live: Anathema & Amplifier 24.04.2012 Bürgerhaus Stollwerck Köln

Amplifier und Anathema luden zum gemeinsamen Konzert ins Bürgerhaus Stollwerck in Köln. Während die Vorband auf der Suche nach "Neuen Freunden" waren, wollte der Hauptact des Abends ein neues Album präsentieren, das den Weg der letzten Jahre hin zu ruhigeren und harmonischen Klängen vortsetzte.

Amplifier hatten mal wieder einen schweren Stand. Zum Einen begannen sie mehr als zwanzig Minuten zu früh. Der Saal war noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt, und erst, als sich herausstellte, dass es tatsächlich der Beginn des Konzerts war, kamen zumindest die sich noch im Foyer aufhaltenden zahlenden Gäste dazu. Doch von Beginn an war die Gruppe, wie schon im Jahr zuvor in Wiesbaden, vom Technikteufel verfolgt. Gitarrist Steve Durose war im ersten Song einem Wutanfall nahe, weil seine Gitarre nicht ging. Sänger Sel musste sich das Mikro praktisch in den Mund stecken, damit man ihn hörte. Platzmäßig sah es für die Band auch mau aus. Die Aufbauten von Anathema im Hintergrund nahmen so viel Platz auf der Bühne ein, dass die vier Jungs alle nebeneinander spielen mussten; das Schlagzeug stand direkt am Bühnenrand vorn links.

Wie schon in Wiesbaden ließen sich die meisten technischen Schwierigkeiten während des ersten Songs in den Griff bekommen. Die Band ließ sich davon auch nicht unterkriegen und spielte beherzt auf. Anders als im Vorjahr, wo Amplifier ja als Hauptact unterwegs waren, wirkten die Jungs doch deutlich gelöster und gaben einfach alles. Aushilfsbassist Magnum war keinerlei Unsicherheit anzumerken. Stammbassist Neil war ja zwei Wochen vor der Tour aus der Band ausgestiegen.

Amplifier spielten eine gesunde Mischung aus Songs vom aktuellen und dem Debütalbum sowie von der 'The Astronaut Dismantles HAL' EP. Erstes Highlight war schon ziemlich am Anfang 'Panzer'. Doch der Funke sprang nur teilweise aufs Publikum über. Sel kommentierte das trocken mit einem Hieb Richtung Hauptband: "I'm afraid we don't play any piano ballads tonight. We'll go on with some heavy riffing instead."* Dann folgte der Monstertrack 'Interstellar' vom 'Octopus'-Album. Letztendlich schaffte die Truppe es trotzdem noch, die Leidenschaft und Spielfreude ein Stück weit ins Publikum zu transportieren. Highlight waren dabei 'The Wave' in der Mitte und 'Neon' als Abschluss des knapp einstündigen Sets.

Trotz dass das Publikum nicht ganz so mitgegangen ist, wie das vielleicht der Leistung der Band entsprochen hätte, war der Auftritt doch um ein wenig besser als der im letzten Sommer in Wiesbaden. Und ich denke, wenn die Jungs sich endlich mal ne gute PA und vielleicht auch nen besseren Techniker zulegen, können die Gigs zu echten Erlebnissen werden.

Während bei Amplifier eher rotzige, trotzige Clubatmosphäre vorherrschend war, war die Stimmung bei Anathema gleich ganz anders. Die Bühne war jetzt natürlich offener, größer, und konnte auch ganz anders ausgeleuchtet werden. Stimmungsvolle helle Blautöne waren vorherrschend, als die Band um die Gebrüder Cavanagh mit dem Zweiteiler 'Untouchable' vom neuen Album eröffneten. Der Funke sprang jetzt im mittlerweile sehr gut gefüllten Konzertsaal auch schneller über. Die Setlist der Gruppe war geschickt aufgebaut. Es wurden alle Songs vom neuen Album in der Reihenfolge gespielt, in der sie auch auf 'Weather Systems' erschienen sind. Zwischen die einzelnen neuen Songs wurden etliche etwas Ältere eingestreut. So gab es nach den ersten drei Stücken von 'Weather Systems' zwei vom Vorgängeralbum, danach drei eher selten gespielte Songs von 'Judgement', und so weiter.

Im mittleren Teil der Show stellte sich ein klein wenig Müdigkeit ein, weil hier zu viele ruhige Stücke aneinander gereiht waren, auch wenn der mehrstimmige Gesang von Daniel und Vincent Cavanagh zusammen mit Lee Douglas ungemein bewegend war. Doch gleich darauf setzte die Band ein weiteres Highlight; nachdem Daniel das Publikum mit dem Riff von Tools 'Schism' aufgeweckt und zu lauthalsen Sympathiebekundungen ermuntert hatte, spielten sie das eh schon ziemlich schnelle 'Panic' noch eine Spur schneller als im Original, was das Publikum in gehörige Euphorie versetzte. Die Zuschauer waren nun gänzlich der Band verfallen, und die noch verbliebenen Songs vom neuen Album wurden ebenso frenetisch bejubelt wie die älteren Stücke. Die Laune der Jungs auf der Bühne war ausgelassen, Daniel und Vincent frotzelten die ganze Zeit herum, und als Vincent in einer Ansage die Setlist durcheinanderbrachte, war das für Daniel ein gefundenes Fressen.

Schließlich legte die Band noch einen fulminanten Schlussspurt hin. Aus Zeitmangel unterließen sie es, vor den Zugaben die Bühne zu verlassen, sie spielten einfach weiter. Besonders hervorzuheben ist dabei noch 'Closer', bei dem Vincent im Hintergrund stand und in den Vocoder sang, während Daniel vorn am Bühnenrand hin und her lief und die Menge anpeitschte. Der Jubel nach dem Song war ohrenbetäubend laut, wahrhaftige Begeisterungsstürme brandeten der Bühne entgegen. Als letzter Song wurde 'Fragile Dreams' in der Version vom 'Alternative 4' Album gespielt und damit ein ziemlich genau zweistündiger Gig gekrönt, der in der Mitte seine Längen hatte, aber in seiner Gesamtheit in Sound und Stimmung absolute Spitze war. Entsprechend zufrieden machten sich die Zuschauer auf den Heimweg.


 *ungefähre Wiedergabe aus dem Gedächtnis



Montag, 5. Dezember 2011

Retrospect: Jahresrückblick 2011 - Platten des Jahres

Meine Top 5 Alben 2011

Seit einiger Zeit mache ich mir schon diverse Gedanken, welche Alben denn in diesem Jahr am meisten gezündet haben. Dabei habe ich mir außerdem überlegt, was denn eigentlich meine Kriterien sind, die ein Werk zu einem guten Album machen? Musik ist ja eine sehr subjektive Angelegenheit; Geschmäcker unterscheiden sich, und jeder hat irgendwie einen anderen Fokus auf das, was er hört. Wenn ich nun meine Liste hier zusammenstelle, dann sind in erster Linie folgende Indikatoren bei meiner Auswahl maßgeblich:
Qualität: Natürlich ist die rein technische Qualität der Musik ein Faktor. Schlechte Abmischung, breiiger Sound, aber auch unglücklich gewählte Instrumentierung können das Hörvergnügen maßgeblich beeinflussen. Ein Song kann noch so gut sein; wenn einem die Stimme des Sängers nicht passt, spielt es auf verlorenem Posten.
Hörbarkeit: Es ist ja hinlänglich bekannt, dass ich ein Freund progressiver Musik bin. Aber das hat auch seine Grenzen. Wenn die Sachen zu sehr gefrickelt und zu schwer nachzuvollziehen sind, schmälert das das Hörerlebnis ungemein, denn zumindest nach einigen Hörgängen möchte ich einfach nicht mehr ganz so aufmerksam sein und trotzdem noch irgendwie mitkommen mit der Musik.
Gefühl: Die emotionale Ebene ist die alles entscheidende Komponente beim Musikhören. Die Songs können noch so gut sein; wenn sie nichts in mir auslösen, fliegen sie ganz schnell raus aus der Rotation. Musik muss mich in irgendeiner Weise bewegen, um bei mir im Fokus zu bleiben, und nur, wenn ein Album lange genug im Fokus ist, hat es die Chance, dass ich mich lange genug mit ihm beschäftige, um es richtig gut zu finden

Nach dieser kurzen Einführung kommen wir jetzt mal ans Eingemachte. Hier sind meine Top 5 Alben des Jahres 2011:

5. Leprous -- Bilateral
Aus dem progressiven Metal-Bereich kam Einiges in diesem Jahr, doch nachdem das Dream Theater Album eher schwachbrüstig daherkam, lag mein Augenmerk schnell auf Leprous. Die Norweger verbinden auf ihrer neuen Platte Progressive Metal mit Death und AvantGarde Elementen und hauen damit ordentlich auf die Pauke. Obwohl die Gruppe schon seit 10 Jahren besteht, kann man auf 'Bilateral' unheimlich viel Dynamik, Frische und Spielfreude finden. Hohe handwerkliche Qualität und auch die für Metal-Verhältnisse recht große Vielfalt machen das Album zu einem der interessantesten Platten des vergangenen Jahres.

4. Long Distance Calling -- dto.
Die Post-Rocker aus Münster haben es mit ihrem aktuellen, selbstbetitelten Album wieder einmal geschafft. Sie haben sich deutlich hörbar weiterentwickelt, es aber dabei dennoch geschafft, ihrer Linie treu zu bleiben. Die verhältnismäßig festen Strukturen des PostRock wurden ein wenig aufgebrochen, und die Fühler wurden ausgestreckt in Richtung anderer, Metal-lastigerer Stile. Insgesamt sehr homogen, ist dieses Album eine kraftvolle, rockige Einheit, die sich wunderbar immer wieder und wieder am Stück hören lässt.


3. Opeth -- Heritage
Bands, die sich neu erfinden, gab es in diesem Jahr zuhauf. Über Erfolg und Misserfolg lässt sich sicher in allen Fällen streiten. Opeth zum Beispiel haben den Metal-Bereich weitestgehend hinter sich gelassen und begeben sich auf die progressiven Pfade der 70er Jahre. Damit haben sie viele Fans der ersten Stunde vergrätzt. Ich als Freund solcher Musik habe versucht, möglichst unvorbelastet an 'Heritage' heranzugehen, und dadurch ist es mir relativ schnell gelungen, das Album für mich zu erschließen. In gewohnt hoher Dynamik, aber ohne die aus dem DethMetal bekannten Extreme überzeugt dieses Album durch unheimliche Themendichte. Vertrackte, progressive Passagen wechseln mit eingängigen, melodischen Stücken. Mit altgewohnter Intensität beschreiten die Herren um Mikael Akerfeldt neue Wege, und zumindest mich zu überzeugen ist ihnen gelungen.


2. Elbow -- Build A Rocket Boys
Auf dringende Empfehlung eines Arbeitskollegen schaffte ich mir dieses Album an. Auch die Fachpresse war voll des Lobes, und dem kann ich mich nur anschließen. 'Build A Rocket Boys' ist ein sehr gefühlvolles und intensives Album, was nicht zuletzt der eindrucksvollen Stimme des Frontmannes Guy Garvey zu verdanken ist. Spärliche Instrumentierung mischen sich mit bombastisch arrangierten Passagen und verbinden sich zu einem ArtRock-Meisterwerk mit britischem Flair. Traumhafte melancholische Melodien gehen ins Ohr und bleiben da. Interessante Instrumentierungen und gekonnte Arrangements machen dieses Album zum besten, das die Band je veröffentlicht hat, und der Erfolg sollte sie bestärken, diesen eingeschlagenen Weg fortzusetzen.


1. Amplifier -- The Octopus
Die Jungs von Amplifier haben in diesem Jahr den Vogel abgeschossen. Lange mussten wir nach dem eher nicht so überzeugenden Vorgänger 'Insider' auf ein neues Werk der Bombast-Post-Progger warten, und es waren nicht zuletzt die Herrschaften um Frontmann Sel Balamir selbst, die im Vorfeld hohe Erwartungen schürten. 'The Octopus' ist nun ein mächtiges, kraftvolles Doppel-Album, das eingängig ist und unheimlich viel Groove hat, vor allem im ersten Teil. Die zweite Hälfte besticht mehr durch psychedelisch angehauchte Longtimer, die aber trotzdem nichts von der von Amplifier gewohnten Power vermissen lassen. Der Einstieg fiel mir als bekennender und absoluter Fan des Debüt-Albums  ein wenig schwer, da 'The Octopus' deutlich mehr progressive Elemente beinhaltete, was zunächst nicht meiner Erwartungshaltung entsprach. Doch nach einigen Hörgängen kam ich immer besser mit den Songs zurecht und fand es auch sehr faszinierend, dass man immer wieder neue Aspekte der einzelnen Stücke offenlegen konnte. Trotz der Länge ist es immer wieder ein Genuss, dieses Album zu hören, den ich nicht mehr missen möchte.

Montag, 6. Juni 2011

Live: Amplifier 02.06.2011 Schlachthof Wiesbaden

Herrliches Wetter bestimmte den Tag und den frühen Abend. Das weitläufige Gelände zwischen Hauptbahnhof und Schlachthof in Wiesbaden war gefüllt mit Menschen, die in kleinen Gruppen die Grünflächen und Bänke in beschlag nahmen und die Sonne genossen. Der Platz direkt neben dem Schlachthof-Gebäude war mit recht voll besetzten Tischen bestückt, die zum im Gebäude ansässigen Bistro gehörten. In angenehmer Biergarten-Atmosphäre konnte man nur zum Teil anhand der zur Schau getragenen Band-Shirts erkennen, wer möglicherweise zum angekündigten Amplifier-Konzert wollte. Auch als die Türen mit deutlicher Verspätung öffneten, gab es keine Schlangen, der Raum füllte sich nur langsam. Die sogenannte Räucherkammer befindet sich in einem Seitenteil des Schlachthofes und war, da die große Halle wegen Baufälligkeit zur Zeit geschlossen ist, der Veranstaltungsort. Der Raum fasst etwa 100 Zuschauer. Gewölbte Ziegeldecken wurden vonmehreren Strahlern angeleuchtet und gaben dem Raum ein warmes, diffuses Licht.Trotz der geringen Ausmaße fand neben der Bar und der kleinen Bühne auch der Merch-Stand noch einen Platz im Innern. Während ein kleines Grüppchen sich zielstrebig direkt vor der etwa um einen Meter erhöhten Bühne platzierten, blieb der restliche Raum recht lange nur spärlich gefüllt, das sollte sich auch erst während des Vorprogramms ändern.

Als Support war Charlie Barnes angekündigt. Der One-Man-Show reichten als Equipment ein Keyboard, eine Gitarre, ein Computer und eine Loop-Maschine, sein wichtigstes Instrument war seine Stimme. Mit seinem schüchternen Charme und seiner Musik, die die Vertracktheit von Oceansize und die elektronischen Spielereien von Surfjan Stevens in sich vereint, konnte er schnell das zunächst skeptische Publikum auf seine Seite bringen. Die Zuschauer ließen sich schnell anstecken von der Leidenschaft und Intensivität, die der Künstler in seine Songs und seine Stimme legte. Bei einem Song bekam er Unterstützung von Amplifier's Neil Mahony, ansonsten schaffte er es mit den oben genannten Mitteln, ein sehr gutes und mitreißendes halbstündiges Set abzuliefern, das Spaß und Lust auf mehr machte.
Charlie Barnes:


Nebel waberte über die in diffuses blaues Licht gehüllte Bühne, als sich die Hauptband endlich ankündigte. Dröhnende U-Boot-Geräusche kamen aus den Boxen, während im Hintergrund 'Octopussys Garden' von den Beatles lief. Dann kam schließlich die Band und eröffnete mit 'The Wave' vom aktuellen Album 'The Octopus'. In der nächsten Stunde folgten ausschließlich neue Stücke. Der Beginn des Konzerts wirkte sehr zerfahren, da es offenbar Probleme mit der Akkustik gab. Die oberen Boxen auf der rechten Seite fielen immer wieder aus, und es dauerte etwa eine Viertelstunde, bis dieses Problem unter Kontrolle war. Doch auch dann war der Sound ein wenig zu dumpf, und die Stimme des Sängers wie auch das Schlagzeug ein wenig zu weit hinter den ohne Zweifel beeindruckenden Gitarrenwänden. Auch die Band selbst schien mit dem Sound unzufrieden, ein ums andere Mal forderten vor allem Sel und Neil Änderungen an den Monitor-Einstellungen. Neil nahm's gelassen und machte seine Scherze mit der Situation, Sel hingegen wirkte verschlossen und konzentriert. Neuzugang Steve Durose (Ex-Oceansize) fügte sich gut ein, die zweite Gitarre bereicherte die Stücke, ohne sie zu sehr vom Original zu entfernen. Dennoch dauerte es eine Weile, bis die Stimmung in großen Teilen des Publikums aufkam. Zusätzlich zu den Soundproblemen waren zu Beginn des Konzertes zwei weitere störende Elemente vorhanden: Ein Kameramann, der zwar versuchte, sich mit seinem großen und unhandlichen Arbeitsgerät zwar versuchte kleinzumachen, aber doch störend im Weg saß, und ein Fotograf, der sich mit einer Penetranz durch die ersten Reihen hin und her drängelte, die die langsam aufkommende Stimmung direkt wieder unterdrückte. Nichts gegen Leute, die ihren Job machen wollen oder müssen, aber in diesem Fall mangelte es eindeutig an Feingefühl und Anstand.

Nachdem nun alle störenden Elemente mehr oder weniger entfernt und die Bewegungsfreiheit wieder hergestellt war, wurde es dann doch stimmungsvoller. Band und Publikum hatten sich mit den Soundproblemen arrangiert, und man konnte engagierte Musiker sehen, die ihr Handwerk verstanden und die Songs und die Stimmung darin gut ins Publikum transportieren konnten. Nachdem im Hauptteil des Konzertes ausschließlich neue Songs präsentiert wurden, folgten in der Zugabe noch einige alte Stücke. Die Stimmung war mittlerweile richtig gut, und als die letzten Töne von 'Airborne' verklungen waren, wurde die Band mit begeistertem Applaus verabschiedet.

Die Eindrücke, die nach dem Event blieben, waren überwiegend positiv. Der Sound und die damit verbundenen Probleme deckte sich mit meinen Erwartungen. Die Stimmung war zumindest in der zweiten Konzerthälfte fast sogar besser, als ich es angesichts der Größe und der Zuschauerzahl gedacht hätte. Die Erweiterung um einen zusätzlichen Gitarristen tut der Band und den Songs gut. Der Support Act war eine sehr gute Wahl und bedarf auf jeden Fall weiterer Beobachtung. Alles in allem kein überdurchschnittliches, aber doch ein gutes Konzert, das ich mit einem zufriedenen Gefühl verlassen habe.

Montag, 14. Februar 2011

Revision: Amplifier -- Fractal

Nachdem das aktuelle Album 'The Octopus' nur wenige Monate alt ist, beehren uns Amplifier schon wieder mit neuer Musik. 'Fractal' heißt die EP mit dem psychedelisch anmutenden Cover. Das passt in dem Fall wunderbar zur Musik. Vier Tracks lang bekommt man hier teils vertracktes, teils psychedelisches Gitarrengeschwurbel um die Ohren, das nach Angabe der Band komplett improvisiert ist und einen Einblick geben soll, wie bei Amplifier neue Songs entstehen. Gesang fehlt komplett, statt dessen kann man im Prinzip eine 22 Minuten dauernde Session genießen, die sehr homogen und kompakt ist. Zusätzlich zu den Songs bekommt man mit dem Download-Paket ein komplettes Booklet zum selbst ausdrucken mit weiterem Artwork. Ein, wie ich finde, gelungenes Add-On zum aktuellen Album, das stimmungsmäßig gut dazu passt und auch in der doch sehr rohen Form Einiges für sich hat.

Die EP kann man kostenlos herunterladen unter:
http://amplifier.bandcamp.com/album/fractal-ep

Freitag, 4. Februar 2011

Revision: Amplifier -- The Octopus

Den Druck eines verboten guten Debüt-Albums im Rücken zu spüren, muss unglaublich anstrengend sein. Gerade im Fall von Amplifier kommen noch weitere Faktoren erschwerend hinzu. Das zweite Album zeigte, dass der Druck, zusätzlich verstärkt von Management und Plattenfirma, für die Band so groß war, dass sie sogar selbst mehr als unzufrieden mit dem Ergebnis waren. Jetzt ist seitdem einige Zeit ins Land gegangen. Zeit, während der man in regelmäßigen Abständen große Töne aus den Reihen der Band zu hören bekam, was das neue Album betrifft. Lange mussten wir auf das neue Baby von Amplifier warten. Jetzt ist es endlich da, und es ist ... ein Tintenfisch. Der aus zwei Cds bestehende Koloss zeigt bereits beim ersten Eindruck, dass die vollmundigen Huldigungen seiner Erschaffer keineswegs weit hergeholt sind, und nach mehreren Durchläufen kann man in jedem Fall mindestens anerkennend nicken. Um wirklich die komplette Qualität von 'The Octopus' begreifen zu können, benötigt man schon ein wenig mehr Zeit, aber die Investition an Geld wie auch an Zeit lohnt sich.

Nach dem Intro 'The Runner' beginnt der musikalische Teil des Albums zunächst mit 'Minion's Song', der mit seinen Klavierpassagen und dem hymnischen Refrain an das letzte Album der 'Trail Of Dead' erinnert. Es folgen 'Interglacial Spell' und 'The Wave', zwei von eingängigen Riffs geprägte Songs, die vor Selbstbewusstsein nur so strotzen und selbst Bewegungslegasteniker zumindest zum Mitnicken animieren. Daran schließt sich der Titelsong des Albums an, der mit einer sehr groovigen Bassline und schrillen Gitarren auf eine über neun Minuten dauernde mystische Unterwasserreise einlädt. Ordentliche Gitarrenwände in 'Planet Of Insects' werden abgelöst von eher ruhigen Tönen in 'White Horses At Sea // Utpoian Daydream', bevor dann die erste CD mit dem zehnminütigen 'Trading Dark Matter On The Stock Exchange' endet, das zeitweise fast psychedelische Züge aufweist.
Während die erste CD auf Eingängigkeit und groovige Klänge setzt, ist der zweite Teil etwas vertrackter. 'The Sick Rose' eröffnet mit harten Riffs und Sithar-ähnlichen Gitarrenklängen, gefolgt vom progressiv angehauchten 'Interstellar'. Die hier aufgebaute Stimmung setzt sich in 'The Emperor' und 'Golden Ratio' fort, während 'Fall Of The Empire' ein eher düsteres und schweres Stück ist.
'Bloodtest' ist ein eher ruhiges und getragenes Stück, das auch wieder sehr von psychedelischen Gitarren geprägt ist, während das akkustisch beginnende 'Oscar Night // Embryo' zunächst wie eine Ballade erscheint, dann aber wieder experimenteller wird. Schließlich klingt das Album mit 'Forever And More' harmonisch aus.

"The Octopus" ist eine solide Rockplatte mit teils sehr eingängigen, teils eher psychedelisch vertrackten Passagen, mit offensichtlichen Höhepunkten und solchen, die man erst bei öfteren Hören zu schätzen lernt. Als roter Faden zieht sich die mystische Grundstimmung durch die Songs, die auch vom um das Album gestrickten Octopus-Kult profitiert und somit auch sehr authentisch beim Hörer ankommt. Der allerorten als soziokulturelles Experiment bezeichnete Kult scheint sich, bezogen auf den online veröffentlichten Anhänger* noch nicht so weit verbreitet zu haben, wie die Band vielleicht hoffte. Dennoch konnte ich in meinem Umfeld schon wenigstens einen Mini-Octopus-Aufkleber finden, der nicht von mir stammte, was Sänger Sel mit "pure awesomness" kommentierte.
Es bleibt es bei einem Werk solchen Umfangs nicht aus, dass sich einige Längen einschleichen. Auch kann ich mir vorstellen, dass dem Einen oder Anderen einfach zu schwierig ist, um es am Stück zu hören. Ich gebe zu, dass auch ich mit dem zweiten Teil nicht nicht ganz warm geworden bin, obwohl auch diese Cd einige sehr gute Songs aufweisen kann. In dem Fall kann man ja die Cds einzeln genießen, statt sich den ganzen Tintenfisch auf einmal zu Gemüte zu führen. Und eine Anschaffung des Albums lohnt sich auf jeden Fall schon wegen der ersten Cd, die in sich sehr homogen und doch gleichzeitig sehr vielseitig ist. An das alles überragende Debüt kommt 'The Octopus' zwar nicht heran, doch es ist ein gutes Stück Musik, das die Band hier abgeliefert hat. Die Weiterentwicklung von Amplifier und auch den Mut, sich vom professionellen Musikgeschäft zu lösen, sollte man unterstützen. Das Album gibt es nur auf der bandeigenen Homepage.** [UPDATE]Mittlerweile gibt es das Album auch bei anderen Händlern wie z.B. Amazon, CeDe, iTunes ... [/UPDATE]

Anspieltipp:
The Wave

*http://www.theoctopus.info
**http://www.amplifiertheband.com/merchandise.php

Samstag, 1. Januar 2011

Retrospect: Jahresrückblick 2010 - Neu für mich

Im letzten Teil von Retrospect soll es um Sachen gehen, die schon älter sind, die aber bis zum vergangenen Jahr irgendwie an mir vorbeigelaufen sind. Gründe davon gibt es sicher viele, vor allem kann man bei der Fülle an guter Musik, die es zwischen all dem Schrott auch gibt, bei Weitem nicht alles hören, was sich lohnt gehört zu werden. Von daher bin ich auch immer offen für Anregungen und Tipps.

Neu für mich

Amplifier: Bisher verkannt
Diese Band gehört zu denen, denen ich bisher kaum Beachtung geschenkt habe, weil der erste Eindruck mich nicht gänzlich überzeugt hat. Der erste Eindruck, das war das Southside 2005, wo Amplifier eröffneten. Das Konzert war stimmungsmäßig gut, aber damals hat die Musik mich nicht so überzeugt, dass ich den Drang hatte, mich weiter damit zu beschäftigen. Dann bekam ich Ende 2009 die Feed to Feed - Live-DVD von Oceansize, wo Amplifier's Sel Balamir bei einem Song als Gast Gitarre spielte. Das ließ mich aufhorchen, und auf der Suche nach neuer Musik, die der von Oceansize ähnlich ist, begann ich, mich mit Amplifier auseinanderzusetzen. Ich begann mit dem aktuelleren Album Insider, das mir ziemlich gut gefallen hat. Dann holte ich mir auch das selbstbetitelte Debüt, und das hat mich vom Hocker gehauen. Die Stimmung auf diesem Album ist so genial, und die Sons als auch die Zusammenstellung haben dazu geführt, dass diese Platte die wahrscheinlich meistgehörte im vergangenen Jahr gewesen ist. In nicht allzu ferner Zukunft werde ich dieses Album hier auch noch im Detail vorstellen. Hier eine kleine Kostprobe:
Youtube: Amplifier -- Airborne

Rishloo & Abigail's Ghost: Mehr als nur Abklatsch?
'Klingt wie' ist für viele Bands eher ein Armutszeugnis. Man will doch mit seiner Kunst einzigartig sein, etwas Neues schaffen, von dem niemand behaupten kann: 'Gibt's ja schon'. Trotzdem bin ich ab und zu auch auf der Suche nach 'Klingt wie'-Musik zu Bands, die mir sehr gut gefallen. Und dank lastFM und ähnlichen 'Schubladen-Systemen' bin ich auch schnell fündig geworden. Zwei Bands habe ich im vergangenen Jahr kennengelernt, die auf den ersten Blick den Eindruck vermitteln, wenig eigene Kreativität zu haben, sondern sich stark am Stil großer Vorbilder zu orientieren. Da wären zum Einen Rishloo, deren Sound vor allem auf dem ersten Album Terras Frames sehr stark nach Tool klingen. Doch nach eingängiger Beschäftigung mit der Band konnte ich feststellen, dass sie seit ihrem Debüt eine enorme Entwicklung durchlebt haben. Das bis dato aktuelle Album Feathergun hat zwar immer noch Elemente, die stark an Tool erinnern, doch der Sound der Jungs aus Seattle, die aktuell nicht mal einen Plattenvertrag haben, ist deutlich melodischer geworden. Man könnte fast sagen, dass Rishloo und Tool bei dem selben Ausgangpunkt begonnen haben, sich dann aber in verschiedene Richtungen weiterbewegt haben, so dass man nun die gemeinsamen Wurzeln noch erkennen kann, aber die Unterschiede deutlich sind. Rishloo ist also in jedem Fall einen Versuch wert.
Youtube: Rishloo -- Turning Sheep Into Goats
Youtube: Abigail's Ghost -- Selling Insincerity 
Auch Abigail's Ghost hört man die Vorbilder an. Doch hier scheint man sich dem Blick zurück verschrieben zu haben. Die Songs, die sehr an Porcupine Tree erinnern, erreichen die Tiefe und Brillianz der Prog-Halbgötter nicht ganz. Und auch wenn man den Jungs aus Boston zugestehen sollte, dass sie wirklich anständig Musik machen können und ich die Platten auch gern mal höre, muss man auch sagen, dass sie es bisher nicht geschafft haben, sich von ihren 'Vätern' zu lösen und einen eigenen Weg einzuschlagen. Im Gegenteil, leider musste ich feststellen, dass die aktuellere der beiden Platten zwar technisch hochwertiger ist, dass aber die Frische des Debüt-Albums verlogen gegangen ist. Ich hoffe, dass die Band noch Besseres zu bieten hat als das, denn das Potenzial hat sie meiner Meinung nach.

Riverside: Psychedelic ProgRock vom Feinsten
Im Zuge der Veröffentlichung von Lunatic Soul II bin ich auf Riverside gestoßen, eine polnische ProgRock-Band, deren Bassist Mariusz Duda für Lunatic Soul verantwortlich ist. Der Sound von Riverside ist härter als das Solo-Projekt, mit mehr Metal-Elementen. Doch die weiche Stimme und die psychedelische Grundstimmung, die mich bei Lunatic Soul so begeistert hat, ist auch hier vorhanden. Mein Favorit ist das Album Rapid Eye Movement, der letzte Teil der 'Reality Dream'-Trilogie. Das ist für mich das bisher stärkste Album der Polen, und ich werde es demnächst im Detail vorstellen. Bis dahin eine kleine Kostprobe.
Youtube: Riverside -- Schizophrenic Prayer