Freitag, 29. März 2013

Live: Riverside & Jolly 28.03.2013 Centralstation Darmstadt

Mit ihrem aktuellen Album 'Shrine Of New Generation Slaves' schlagen die polnischen Progmetaller Riverside neue Töne an, rockiger, mit weniger Metal-Elementen. Wie sich dieses neue Material live in die älteren Sachen der Band einfügt, konnte man auf der New Generation Tour sehen, die am 28.03.2013 in Darmstadt zu Ende ging.

Die Centralstation in Darmstadt bildete eine gute Kulisse für das Konzert. Das Fassungsvermögen von 1200 Zuschauern wurde nicht erreicht, aber dennoch war der Saal gut gefüllt, als die erste Vorband Dianoya, ebenfalls aus Polen, pünktlich halb neun ihre Show begann. Die etwa 40-minütige Show war handwerklich sehr gut, obwohl die Gitarre zwischen den sehr lauten Bass und Schlagzeug leider etwas unterging. Der teils melodische, teils vertrackte und recht harte Progmetal der Band wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen, aber das Quartett schaffte es leider nicht, wirkliche Begeisterung aufkommen zu lassen.

Nach kurzer Umbaupause spielte mit Jolly eine weitere Vorband, diesmal nicht aus Polen, sondern aus den Vereinigten Staaten. Die Gruppe präsentierte natürlich Songs von ihrem aktuellen neuen Album 'The Audio Guide To Happiness Part 2', aber auch ältere Stücke. Dabei sorgten vor allem der extravagant gekleidete Sänger sowie der Bassist dafür, ordentlich Stimmung ins Publikum zu tragen. Die technisch sehr gute Show wurde ein ums andere Mal mit Scherzen und anheizenden Sprüchen angereichert, so dass die Gruppe das Publikum schnell auf seine Seite ziehen konnte. Kleinere technische Pannen wurden witzig kommentiert, und während eines Songs kamen plötzlich einige Roadies auf die Bühne, die mit Besen, Leitern und Putztüchern bewaffnet an den Instrumenten der spielenden Band herumpolierten und für allerlei Erheiterung sorgten. Kurz vor Schluss bedankte sich die von Hurricane Sandy gebeutelte Band für die Unterstützung, die sie seitdem von den Fans erfahren konnte; die Gruppe hatte bei dem Wirbelsturm Studio und zum Teil auch das eigene Heim verloren. Dann wurde das Publikum auf den Hauptact des Abends eingestimmt.

Während der Umbaupause lief im Hintergrund die 'Night Session' vom aktuellen Album von Riverside. Gegen zwanzig nach zehn war es dann endlich soweit, unter tosendem Beifall kamen Mariusz Duda und seine Kollegen auf die Bühne.


Die Band eröffnete mit den ersten beiden Songs vom neuen Album. Die Soundqualität war hervorragend, auch wenn Duda während der Show mehrfach Missfallen an dem Kopfhörer in seinem Ohr deutlich machte. Das Publikum ließ sich schnell verzaubern von perfekt vorgetragenen Stücken und von der Begeisterung, mit der die Band auf der Bühne agierte. Duda arbeitete gut zum Publikum hin, zog einige Lacher auf sich, als er einen Zettel aus der Tasche zog und die Vorstellung der Band und Ansage eines Titels auf Deutsch vortrug.

Die Gruppe spielte fast alle Songs vom neuen Album, sowie einige Stücke des Vorgängers 'Anno Domini High Definition', wie 'Driven to Destruction' oder, als erste Zugabe, 'Left Out'. Von der EP 'Memories in my Head' wurde 'Living in the Past' zum Besten gegeben, und natürlich durften Hits wie 'Panic Room' nicht fehlen. Von den ersten beiden Alben der Band war leider wenig zu hören, lediglich 'Conceiving You' vom zweiten Album wurde gespielt. gegen zwanzig nach zwölf war dann nach 'Celebrity Touch' Schluss.

Was soll man sagen ... Riverside lieferte wie immer eine sehr gute Show ab. Technisch ausgereift und mit viel Routine, aber auch mit Begeisterung und viel Humor war die Show ein absolutes Erlebnis. Hoffentlich wird man noch viele Jahre in den Genuss solcher Konzerte kommen können.

Kommentare:

  1. Ich hab Riverside beim Dreamtheater Konzert in Bonn 2007 das erste Mal gesehen und war direkt begeistert. Und da ich selber auch aus Polen komme war es nochmal besser :D Super Review!

    Liebe Grüße,
    Daniel

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  2. Hachja xD Die Kopfhörer im Ohr ^^ Scheinen ja einige Bands derzeit Probleme mit zu haben.

    Schön, dass es die Fans nicht gestört hat, den Sound nicht beeinflusst hat und jeder verzaubert war :)

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